NACHTBILD DER STADT

WIE KANN MAN NACH DÄMMERUNG EIN NEUES GESICHT DER STADT SCHAFFEN?

Der Einsatz von Licht zur Gestaltung des Stadtbildes (auch zu Marketingzwecken) ist kein neues Phänomen, obwohl der ungeplante und konzeptionelle Einsatz dieses Instruments gewisse Gefahren bergen kann. Das Bild der Stadt bei Nacht ist eines der ganz wichtigen Elemente, die zur Schaffung der Identität und Identifikation der Stadt beitragen. Der amerikanische Architekt Kevin Lynch erforschte intensiv die strukturellen Zusammenhänge in Städten, ihre Präsenz und versuchte zu erklären, wie sich Menschen in städtischen Ballungsräumen orientieren und woran sie sich erinnern, wenn sie diese verlassen.

Das Ergebnis war die Auflistung der Grundelemente der räumlichen Struktur der Stadt, die sich aus dieser Studie ergaben: Kommunikationswege, Gebiete, Grenzen, Schwerpunkte, Plätze und Wahrzeichen einer bestimmten Stadt (charakteristische Gebäude).

2015 © Zespół obserwacji Ziemi, Centrum Badań kosmicznych PAN

Ziel des Masterplans ist es, alle diese städtischen Elemente zu identifizieren und mit Licht (sowohl dekorativem als auch funktionalem Licht) ihre Bedeutung für die Schaffung eines nächtlichen, geordneten Bildes der Agglomeration hervorzuheben.

Basierend auf den 10 Regeln von Studio DL zur Erstellung von Beleuchtungs-Masterplänen für Städte, die sich unter anderem an Folgendem orientieren: Basierend auf den Aussagen von Kevin Lynch stellen wir nachfolgend die Taxonomie dar nach: wo der erste Teil der Masterplan-Entwicklung durchgeführt wird.

Kommunikationswege/Straßen (1) Laut Kevin Lynch sind Straßen Tunnel, durch die Beobachter der Stadt reisen. Die Übereinstimmung der visuellen Hierarchie mit der funktionalen Hierarchie, die ästhetische und topografische Qualität sowie die Orientierung im Straßensystem müssen erkennbar sein. Die Unterschiede zwischen funktionalen Kommunikationsadern und repräsentativen Straßen sollen durch unterschiedliche Höhen der Lichtquelle, Mastabstände und deren Proportionen sichtbar werden.

Flächen/Orte/Brennpunkte (2) Plätze und Brennpunkte sind Orte, an denen Straßen zusammenlaufen, sich verschiedene Funktionen im Raum konzentrieren und eine einzigartige Atmosphäre herrscht, sie spielen in städtischen Ballungsräumen eine wichtige Rolle. Diese Bereiche sollten eine angemessene Beleuchtung erhalten, die der Funktion eines bestimmten Raums entspricht und den Einfluss der den Platz umgebenden Substanzen, der kleinen Architektur und der Vegetation sowie die Beobachtungsrichtungen im Kontext der Stadt berücksichtigt.

Wahrzeichen/markante Gebäude (3) Gebäudefassaden in repräsentativen, zentralen Stadtteilen sollten während der nächtlichen Hauptverkehrszeiten leicht aufgehellt werden. Die Erkennbarkeit des Stadtcharakters ist ein wichtiges Merkmal, das dem Betrachter die Orientierung erleichtert. Für die Identifikation von Städten spielen einzelne bedeutende Objekte eine besondere Rolle. Eine vertikale, kalte Beleuchtung von Gebäuden im Kontrast zur horizontalen, warmen Straßenbeleuchtung garantiert eine schnelle Lesbarkeit.

Grenzen (4) Damit das Nachtbild des Stadtzentrums seine Identität hervorhebt, müssen seine Grenzen markiert und hervorgehoben werden. Nach der Abschaffung der Verteidigungsmauern in den Städten und der Auflösung der Eingangstore gibt es keine klaren und sichtbaren Eingänge zu den Städten. Bei sorgfältiger Beobachtung und Analyse des Zentrums kann man jedoch in jedem städtischen Ballungsraum bestimmte Elemente wie Brücken, charakteristische Gebäude oder architektonische Eingänge erkennen, die den Anfang der Stadt bilden. Diese Elemente sollten eine andere Lichtfarbe oder -intensität haben und die Umgebungsbeleuchtung sollte auf die Grenzpunkte ausgedehnt werden.